Historische Aufführungspraxis – im kabarettistisch verstimmten Se(a)itenblick ;-)

Seit etwa 30 Jahren ist die sogenannte „Historische Aufführungspraxis“ der verbindliche Leitfaden im Umgang mit der sogenannten „Alten Musik“. Die Verdienste, die die Musikwissenschaftler/Innen im Kontext der damit verbundenen Quellenkunde erworben haben, erkenne ich bewundernd an.

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„Konzert im Ei“ (1561). Ursprünglich Hieronymus Bosch (1450-1516) zugeschrieben, vielleicht eine späte Kopie oder die Arbeit aus einer Nachfolgerschule. Musée des Beaux-Arts, Lille.

Dennoch und bei allem Erkenntnisgewinn: Warum wird heute so unendlich viel Energie in solcher Ausschließlichkeit auf die Quellen der „Alten Musik“ verwandt? Als die „Alte Musik“ noch „Neue Musik“ war, wurde ständig welche nachgeschrieben, aufgeführt und unter breiter Teilhabe diskutiert. Warum ist das bei unserer „Neuen Musik“ des 20. und 21. Jahrhundert anders?

Kleingeistige und epigonale Antwort: Weil unsere „Neue Musik“, sofern aus der klassischen Tradition und dem Hochschulbereich kommend, keine Socke hören will? Ok, „keine Socke“ ist hier eine übertreibende Wertung in umgangssprachlichem Gewand. Der alternative Ausdruck „ziemlich viele Leute“ träfe den Tatbestand sicher differenzierter. Bach und Mozart hingegen erfreuen sich unbestreitbar der Liebe und Zuneigung größerer Bevölkerungsschichten. Ein Befund, der übrigens selbst für die Pflanzenwelt gilt. Wird in der „Alten-Musik-Szene“ deshalb jede irgendwie erreichbare Quelle ausgewertet? Weil die Ergebnisse selbst für die Gartenmärkte der entwickelten Welt vermarktet werden können? Vermarktet, oh…, das Kopfkino geht gerade an:

Neu und nur bei Mony-Music in der Reihe „Einspielungen, die der Welt noch fehlen!“: Die revolutionäre 137. Neuaufnahme der 40. Symphonie W.A.Mozarts, KV 550. Der Gang in’s Tonstudio wurde nötig nach der bahnbrechenden Entzifferung eines wiederentdeckten Einkaufszettel Mozarts, auf dem der Meister unter dem Schriftzug „12 Eier, gros“ die Tempoangabe „And.ante!“ notierte. Hören Sie die Ersteinspielung des Werkes im endgültigen Sinne Mozarts mit der „Capella AlteMusiciensis“ unter der bewährten Leitung von Dr. Dr. Halbill Jonas van de Quellen-Fund. Ein ausführliches Interview (d./e.fr./jap./kölsch) sowie die Ergebnisse seiner Doktorarbeit „W.A.Mozarts ‚And.ante!‘ und die Folgen für die Rezeption der Symphonik im 19. und 20. Jahrhundert“ sind als vierfarbiges Booklet beigegeben, außerdem eine ausführliche, biographisch fundierte Widerlegung van de Quellen-Funds gegen die „Abkürzungs-Theorie“ und dem ihr zugrunde liegenden Irrtum, das zweite „a“ im autographen Schriftzug sei als „e“ zu lesen.

Sorry. Zurück zum Thema. Hatte der viel unkritischere Umgang früher Generationen mit dem vorgefundenen musikalischen Erbe wirklich nur Nachteile? Stichwort „Matthäuspassion“: Mendelssohn ist noch so kreativ mit Bachs Partitur umgegangen, dass er für die Berliner Wiederaufführung Anno 1829 Klarinettenstimmen hinzu geschrieben hat. Klarinetten waren zu Bachs Zeiten – noch – nicht erfunden. Oder so gerade eben erfunden. Wie auch immer: Gekannt hatte Bach die Klarinette als Orchesterinstrument offensichtlich nicht. Was nun wieder Mendelssohn nicht wirklich gestört hatte.

Klar – andere Zeit, andere Zielgruppe, überhaupt alles anders, jaja. Aber Mendelssohns Bach-Annäherung war eingebettet in den musikalischen Kosmos seiner Zeit. Heute scheint mir die immer weitreichendere Quellenforschung zunehmend musealen Charakter zu haben.

Warum sollten die Wiener Philharmoniker nicht auch Bachs Orchestersuiten aufführen dürfen, ohne sofort von den Hohepriestern des „Alten-Musik-Tempels“ exkommuniziert zu werden? Ich für meinen Teil kann die Klangwelt Bruckners, Wagners und Mahlers innerlich eh’ nicht „abschalten“ – und hey – warum darf die Musik des 17. und 18. Jahrhunderts nicht (…auch…) mit großem Orchesterklang gespielt werden? Bernstein, Karajan und Klemperer haben es vorgemacht. Aber stimmt ja, deren Einspielungen sind allesamt genau so „unmodern“ und „unquellenkundlich“ wie die von Karl Richter. Und daher „verboten“.

Letztlich ist es diese Ausschließlichkeit, die mich zuweilen nervt. Ja, sicher: Bach hatte nur seine Thomaner und ein paar Studenten. Plus die „Bordmittel“ der Leipziger Stadtpfeifferei. Dass Bach dennoch gerne und mehr als einmal sehnsüchtig Richtung Dresdner Königshof geschielt hat, ist bekannt. 1730 hat er’s dem Stadtrat – diesmal schriftlich – mit dem „Kurtzen, iedoch höchstnöthigen Entwurff einer wohlbestallten Kirchenmusik“ auf’s amtliche Brötchen geschmiert.

Spaßeshalber: Wenn wir Bachs eigenhändige Angaben als Grundlage einer „Historischen Aufführungspraxis“ ernst nähmen – was käme dabei heraus? Mal sehen – Bach im originalen Wortlaut (und alle Ausschnitte sind zitiert aus besagtem „Entwurff“ von 1730):

Die Anzahl derer Alumnorum Thomanæ Scholæ ist 55. Diese 55 werden eingetheilet in 4 Chöre, nach denen 4 Kirchen, worinne sie theils musiciren, theils motetten und theils Chorale singen müßen. In denen 3 Kirchen, als zu S. Thomæ, S. Nicolai und der Neüen Kirche müßen die Schüler alle musicalisch seyn. In die Peters-Kirche kömmt der Ausschuß, nemlich die, so keine music verstehen, sondern nur nothdörfftig einen Choral singen können.

Nun schön – einfache Rechnung: 55 Sänger, verteilt auf 4 Kirchen. Machen 12 oder 13 Choristen. Geteilt durch 4 Stimmen ergeben 3 Sänger pro Chorstimme. Sowas firmiert heute eher unter „fortgeschrittenem Ensemblegesang“ als unter Chor. Aber gut – Bach schreibt’s ja: Es würde funktionieren, wenn alle musikalisch wären. Sind’se aber nicht. Selbst dann nicht, wenn man die externen Kräfte hinzu zählt. Bach führt aus:

Der Numerus derer zur Kirchen Music bestellten Persohnen bestehet aus 8 Persohnen, als 4. StadPfeifern, 3 KunstGeigern und einem Gesellen. Von deren qualitäten und musicalischen Wißenschafften aber etwas nach der Warheit zu erwehnen, verbietet mir die Bescheidenheit. Jedoch ist zu consideriren, dass Sie theils emeriti, theils auch in keinem solchen / exercitio sind, wie es wohl seyn solte.

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„…von deren qualitäten […] zu erwähnen, verbietet mir die Bescheidenheit…“ Zeichnung von Wilhelm Busch (1832-1908)

Heutige „Historische Aufnahmen“ sind Einspielungen hochspezialisierter Ensembles, sämtliche Mitglieder mit Hochschulexamen und Universitätshintergrund. Die Probleme, mit denen Bach sich herumschlagen mußte, sind hier vergleichsweise weit entfernt wie die Leipziger Nicolaikirche zum Sirius-Doppelsternsystem.

Wenn man aber die Rahmenbedingungen beim Stichwort „Historisch“ mal ein wenig weiter denkt? Noch einmal Bach….

Soll ich aber die Fest-Tages Musiquen, (als an welchen in denen beeden HauptKirchen die Music zugleich besorgen muß) erwehnen, so wird erstlich der Mangel derer benöthigten subjecten noch deütlicher in die Augen fallen, sindemahln so dann ins andere Chor diejenigen Schüler, so noch ein und andres Instrument spielen, vollends abgeben, u. mich völlig dern beyhülffe begeben muß.

Ein Glück, dass es damals noch die Uni mit ihren Studenten gab. Denn: 13 Chorsänger, davon die Hälfte mangels Begabung oder Ausbildung unbrauchbar, und unter den Fortgeschrittenen Schwund aufgrund derer, die die Orchesterinstrumente zu bedienen haben? Wow! Da bleibt eigentlich nur die Überlegung, ob…., ähm – ja….

Zum Beschluß finde mich genöthiget den numerum derer itzigen alumnorum mit anzuhängen, und so dann zu reiferer Überlegung es zu überlaßen, ob bey so bewandten Ümständten die Music könne fernerhin bestehen, oder ob derer mehrerer Verfall zu besorgen sey. (…)

…genau, ob man’s einfach läßt?

Was Bach nicht schreibt, sind die Dinge, die aus seiner Zeit heraus selbstverständlich waren. Für uns heutige sind sie durchaus erwähnenswert. Beispielsweise das, was die Geologen über das 18. Jahrhundert sagen: Es war die Zeit der sogenannten „Kleinen Eiszeit“. Europa lag also im Einfluss einer Kältewelle, mit allen Maladen, die bezüglich der Versorgung der Bevölkerung daraus folgen. Und allen Erkältungsviren und Bakterien, die in den schlecht gelüfteten Gruppenschlafsälen eines Internats im 18. Jahrhundert ungehindert eine Fete nach der anderen feiern konnten.

In Leipzig haben die Hauptgottesdienste im Sommer früh um sechs, im Winter um halb sieben begonnen. Ohne Heizung, ohne vernünftiges Licht, ohne gedruckte Noten – naja…, Noten: Gelbliche Pergamente mit handschriftlichen Manuskripten, oft genug unter Zeitdruck hingeschmiert. Selbst unsere hochspezialisierten Alte-Musik-Szenen-Musiker/Innen wären hoffnungslos überfordert, früh um halb acht in einer Kirche, in der es beim Ausatmen dampft, die, nun – sagen wir, die Alleluja-Fughette aus dem Eingangschor der „Wachet auf“-Kantate (BWV 140) hinzukriegen – Szenenangehörige und Bachliebhaber wissen schon – diese hier:

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aus BWV 140. Quelle: Alte Bach-Gesamtausgabe (IMSLP). Achtung: Ein Klick auf die Noten fördert die alten Chorschlüssel zutage… 🙂

Überhaupt: BWV 140 wäre – als Musik zum 28. Sonntag nach Trinitatis – so ein Erkältungs-Paradebeispiel. Es ist einer der letzten Sonntage des Kirchenjahres, fällt also stets in den späten November. Die Musik ist genauso überirdisch schön wie „sackschwer“. Zumindest Letzteres würden Bachs wackere Mitstreiter gerne bestätigt haben, hätte sie irgendwer gefragt. Man kämpft sich zwischen Zugluft, aufgequollenen Oboenblättern, einem eingefrorenen Hörnchen und miserabelstem Leselicht durch die handschriftlichen Unschärfen dessen, was da vor einem auf dem Notenpult liegt und friert so vor sich hin. Die Hälfte der Chories ist vom zurückliegenden Martins-Singen und den letzten zwei Beerdigungen auf dem zugigen Friedhof noch halskrank. Genauer: Sechs von den anwesenden 14 Sängern sind es. Man krächzt das Alleluja zur höheren Ehre Gottes halt so gut hin, wie’s eben geht. Musikalisches Opfer aus gerötetem Hals. Von den verbleibenden acht Chories sind fünf im ersten oder zweiten Schuljahr. Zwei weitere sind das, was Bach oben als „Ausschuss“ bezeichnet: Nette Menschen mit der Musikalität eines Toastbrots. Nur der letzte Verbliebene, der ist richtig gut. Rettet aber nach heutigen Maßstäben auch nichts mehr.

Wie wäre eine „Historische Aufnahme“ unter ähnlichen Bedingungen? Nicht mit den Thomanern von heute, sondern mit dem Schulchor eines musikalisch geprägten Vorstadtgymnasiums? Bei Talglichtern, früh, vor der ersten Schulstunde? Ohne Heizung, im Winter? Mit den Musiklehrer/Innen an den Solostimmen und den fortgeschrittenen Schüler/Innen an den Orchesterpulten?

Um nicht missverstanden zu werden: Quellenforschung ist wertvoll und liefert spannende Erkenntnisse. Die Bewegung der Historischen Aufführungspraxis hat einen beträchtlichen Forschungsschub ausgelöst, durch den viel Wissen angehäuft werden konnte. Dennoch sind meiner Meinung die konkreten Bedingungen damals vor Ort nicht zu vernachlässigen. Vor dem ganz praktischen Hintergrund real existierender Schnupfennasen und Halskrankheiten, musikalischen Analphabeten und Doppelterminen werden sich die Schriften der Theoretiker schon damals relativiert haben. Bach selbst hätte an den acht Kontrabässen der Berliner Symphonikern oder dem Gürzenich-Chor in voller Besetzung ganz, ganz sicher mehr Freude gehabt als an dem Gekrächze seiner Süßen damals.

Anbei: So dann und wann, beim Fahrradfahren oder so, gehen mir Vermutungen darüber durch den Kopf, warum die Erstaufführung der Bachschen Matthäuspassion so überhaupt gar kein Presse-Echo hatte. Gut, die Zeiten, in denen die nach oben offenen Küchenfähigkeiten einer Frau Bündchen einen bebilderten SPON-Artikel wert sind, waren 1727 noch nicht angebrochen. (Ein Grund liegt möglicherweise darin, dass die, zugegeben, ausgesprochen hübsche Frau Bündchen damals deutlich unbekannter gewesen sein könnte als heute.)

Leipzig jedenfalls war bereits weit vor Bach Messe- und Zeitungsstadt – und die Matthäuspassion mit den beiden Chören und den zwei Orchestern mußte DAS kulturelle Hauptereignis gewesen sein. Oder? Denn: Oper und andere Konzerte waren in der Karwoche strikt verboten. Auf Karfreitag sowieso. Campen mit heidnischen Eingeborenen-Mädels vor einer Strandhöhle Neu-Guineas wird im Zeitalter vor German-Wings für eher wenige Leipziger eine nachdenkenswerte Option gewesen sein. Selbst die Kneipen waren zu. Es gab demnach weit und breit garantiert nichts anderes, wo man, neben Bachs Passionsoratorium, hätte hingehen können.

Aber: Schweigen im Pressewald. Nix! Jedenfalls, soweit ich’s weiß. Tote Hose total in den Medien, nach der Uraufführung einer der Kronjuwelen abendländischer Tonkunst. Warum bloß?

War Bachs Crew mit der komplexen Partitur derart überfordert, dass die Aufführung zum Fiasko geriet und der Stadtrat der Presse einen „Maulkorb“ verpasst hatte? Waren der Fehler während der Aufführung so viele, dass die Matthäuspassion gar in die Nähe unserer atonalen „Neuen Musik“ geriet? Und die wollte schon damals niemand hören. Womit wir wieder am Anfang wären. Und am…

…Ende. 🙂

„Aspekte Gottes“ im zentralen Gottesdienst am 1. Advent

„Aspekte Gottes“

Zentraler Gottesdienst am 1. Advent, 27. November, 10:00 Uhr, in der Kreuzkirche, Kronenweg 67, 50389 Wesseling.

U.a. mit der Aufführung der „Aspekte Gottes“ für Chor, Sopran, Gemeinde, Blechbläser, Pauken, Tamtam, Orgel, Klavier von Thomas Jung.

Ausführliche, durchaus subjektive Informationen stehen ebenfalls hier auf Bathonos:

„Aspekte Gottes“ und das real existierende Kabarett

Es wirken mit: Die Chören der evangelischen Gemeinde Wesseling, ein Blechbläser-Ensemble, Helmut Ritter, Angelika Knop an den Tasteninstrumenten, Evgenii Ianin am Schlagwerk, Nadine Balbeisi, Solosopran. Leitung: Thomas Jung

„Spätwerke – Musik im Spiegel des nahenden Todes“

„Spätwerke – Musik im Spiegel des nahenden Todes“

Ein Referatskonzert in zwei Teilen.

Äußerungen, die ein Mensch vor dem Hintergrund seines zu Ende gehenden Lebens macht, haben ein eigenes Gewicht. Das gilt generell. Im Falle schöpferischer Menschen betrifft das nicht nur die unmittelbaren Zeitgenossen. Die späten Äußerungen der „Großen“ bleiben häufig für die nachfolgenden Generationen faszinierend, zumindest aber rätselhaft.

In zwei Referatskonzerten soll versucht werden, sich diesen Rätseln zumindest ein wenig anzunähern. Wir fokussieren auf auf drei bedeutenden Komponisten und fragen nach dem, was deren späte Musik ausmacht. Unterscheidet sie sich von den Partituren der mittleren Jahre. Wenn ja – wie? Und vor allem – warum? Gibt es Gemeinsamkeiten? Über die Generationen hinweg.

Die Termine:

Erster Teil am 13. November, 17:00 Uhr in der Kreuzkirche, Kronenweg 67, Wesseling

Zweiter Teil am 20. November, 17:00 Uhr in der Kreuzkirche, Kronenweg 67, Wesseling

Mit Musik von Johann Sebastian Bach, César Franck und Max Reger. Texte von Thomas Jung

Mit Iris Rieg und Thomas Jung, Orgel.

Klaus Selinger und Thomas Jung: Lesungen.

Der Eintritt ist, wie immer, frei. Ein Körbchen steht, ebenfalls wie immer, am Ausgang.

„Aspekte Gottes“ und Aspekte des Menschlichen

Wer ist Gott?

Eine einfache Frage. Ein Füllhorn voller Antworten. Alle Religionen fragen nach den Eigenschaften des Göttlichen. Oder, im Falle der drei abrahamitischen Religionen, nach denen des „Unum Deo“, des einen Gottes. Die „eine“, schnelle Antwort ist vermutlich den Fanatikern vorbehalten. Alle anderen brauchen länger. Und haben zudem Schwierigkeiten mit der „einen“ Antwort. Im Islam kennt man die Tradition der „99 Namen Allahs“. „Namen“, das sind in diesem Kontext immer zugleich Eigenschaften Gottes, greifbare Aspekte der dem Menschen ansonsten unzugänglichen Unendlichkeit. Die Ziffer 99 steht im islamischen Denken als Chiffre für eben diese Unendlichkeit.

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„Aspekte Gottes“, Cover der Druckausgabe bei Kistner und Siegel, Brühl. Grafik: Katharina Rathers

 

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